Mal wieder Montags

Aufstehen an sich ist bereits Folter und nur selten macht es wirklich Spaß. Geweckt aus den süßesten Träumen, hinaus in die kalte unbarmherzige Welt. Absolut nicht mein Ding. Ich bin da eher der vom Schlafen- bis zum Aufwachen-Typ. Irgendwann stellt sich schon von ganz allein ein Wachzustand ein, in dem man gemütlich das Bett verlassen kann. Der geht leider in keinster Weise konform mit den üblichen Weckzeiten, welche erforderlich sind um pünktlich in der FH zu erscheinen. Keine dramatische Zeit aber immer noch früh muss gegen 8 Uhr morgens das Bett verlassen werden. Eine durchaus attraktive Verbesserung zu früheren Zeiten aber immer noch nicht optimal. Man gibt sich ja Mühe und so ging es heute nicht nur pünktlich, sondern sogar rechtzeitig aus dem Bett und aus der Wohnung. Ein Bus früher wurde angepeilt. Aufgrund von reichlich Gepäck erschien der noch überfülltere Bus etwas später erheblich unattraktiver als sowieso schon.

Eine einzige Buslinie hält man bei der KVG für ausreichend um fast den gesamten Verkehr ans Ostufer zu bewältigen. Die 11 stellt im Prinzip die Halsschlagadern aller FH-Studenten dar – und die ist nicht nur bildlich bis zum Zerbersten gespannt. Der allmorgendliche Klammerblues wird unfreiwillig von mitfahrenden aller Couleur getanzt. Natürlich stellen die persönlichen Start- und Endpunkte auch für die meisten Mitreisenden Ziel und Start dar. An Entlastung und teilweise Freiheit ist also in den meisten Fällen nicht zu denken. Busfahren also von seiner garstigsten Seite. Aufgrund von Leihgaben war der Packesel, im aktuellen Fall von mir höchst persönlich gespielt, reichlich überladen und nicht gewillt, das morgendliche Gewühl für 10 Minuten mehr Schlaf zu ertragen. Erstaunlicherweise klappte alles reibungslos.

Mehr als Grund genug, misstrauisch zu sein. Doch die morgendliche Verschlafenheit hatte sein hinterlistiges Netz der Verblendung gespannt. Voller Ahnungslosigkeit schloss es sich mit jeder Busstation enger um den schlaftrunkenen Kopf. Am Ziel der Alpträume angelangt, schlug die Erkenntnis dann wie ein Presslufthammer auf den Solarplexus. Voller Freude las ich vor 2 Wochen noch über den Ausfall einer Vorlesung und den dadurch hervorgerufenen längeren Schlaf. Dabei übersah ich das kleine aber wichtige Detail, dass es erst 2 Wochen später zu eben jenem Ausfall kommen würde. Eben genau diesem Montag. So stand ich einsam und allein auf weiter Flur mit 2 Leidensgenossen und wusste nicht wohin. An meinem Leid labend nutzten zwangsweise Anwesende meine Situation und verführten mich zu einer html/javascript Lehrstunde. Gequält von den Selbstvorwürfen über diesen eklatanten Mangel an Konzentration im Bereich freihaben, musste ich mit ansehen wie alle die Mensa mit Überraschungstüten verließen. Nur ich nicht.

Kein Freud ohne Leid. Also voran zur nächsten Vorlesung und den restlichen Tag ‘rumbringen. Die erste Erkenntnis in der folgenden Vorlesung ist dann die Tatsache, dass die der folgenden Vorlesung folgenden Vorlesung ebenfalls kurzfristig ausfällt, womit eine weitere Lücke im prall gefüllten Plan klafft. Während normalerweise Mitteilungen über Freistunden mit Freude und Glückseligkeit aufgenommen werden, so bedeutet dies am heutigen Tag doch nur weiteres sinnloses Zeit totschlagen, während der Tag nicht kürzer wird. Das die verbleibenden Vorlesungen dann auch noch mit reichlich Unnützem gefüllt sind, macht es nicht gerade besser. Untergraben wird jegliches Vorhaben der Dozenten, den Studierenden zum Zuhören zu bringen durch die stark gestiegene Demotivation und des sehr allgemeinen Themenbereichs ohne direkte praktische Anwendbarkeit. Geradezu dankbar muss man da sein, dass morgen ein Referat ansteht und somit die Freistunde mit sinnvoller Tätigkeit genutzt werden konnte, weil zufälligerweise mal ein PC-Labor frei war und nicht wie üblich besetzt und überfüllt.

So neigt sich ein langer Montag dem Ende zu und trumpft zum Ende noch einmal mit massivem Tastatur-Verbindungsproblemen auf. Ein Montag wie man ihn sich vorstellt und er ist noch nichtmal vorbei. Aber sonst geht’s mir gut.

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