Reactivated: Nächte wie Tage

Am Ende wiederholt sich alles ja doch. So berichtete ich gestern noch davon wie ich selbst kasteiend die Nacht ohne Schlaf verbringe um wieder einen normalisierten Schlafrhythmus zu erhalten. Um 23:59 bin ich an dem Tag übrigens ins Bett gefallen, damit waren dann auch 36h rum. Irgendwo weit hinten in den Erinnerungen schlummerte ein verstecktes Neuron, welches meint, eben dieses schon einmal erlebt zu haben. Ein Blick in die traurigen Archiv Reste offenbart tatsächlich: am 08.01.2008 hatte ich einen Text online, der beschreibt wie ich die Nacht durchmache um wieder vom Urlaubs- in den Arbeitsrhythmus zu kommen. Wunderbar wie regelmäßig ich doch arbeite und tatsächlich treffen die Gedanken auch jetzt wieder exakt zu, nur, dass es nicht mehr arbeiten, sondern studieren heißt. Kleiner aber feiner Unterschied.

Zur Erinnerung gibt es dieses Zeitdokument jetzt noch einmal zu lesen. Vielleicht wird es ja eine Reihe. Hier also der orginal „Tage wie Nächte” Text vom 08.01.2008:

Leichter wird es wahrlich nicht. Heute war der erste Arbeitstag für mich im neuen Jahr. Die letzten Tage des Urlaubs hatte der Körper dazu genutzt, mich seinem Biorhythmus anzupassen. Was das angeht, ist er definitiv im Teenageralter hängen geblieben. Tagsüber schlafen und mitten in der Nacht plötzlich zu Höchstleistungen auflaufen. Da hilft auch früh aufstehen oder Willenskraft nichts. Mein Körper ist einfach für die Nachtnutzung konzipiert.

So kam ich in den Genuss einiger Sonnenaufgänge und konnte der Stadt dabei zu sehen wie sie allmählich zu Leben erwacht. Es hat etwas sehr beruhigendes, den hektischen, lärmenden Tag zu verschlafen und die Ruhe der Nacht und des frühen Morgens zu genießen. Wenn sich die ersten Wagemutigen in das dämmrige Licht des klammen Morgens wagen, freut man sich um so mehr über die wärmende Decke und das wohlige Gefühl, gleich friedlich einzuschlafen. Auch wenn das wohl hauptsächlich auf die schändliche Schadenfreude zurückzuführen ist. Es ist einfach etwas vollkommen anderes, wenn man nach langer gemeinsamer Zeit der entschwindenden Nacht Auf Wiedersehen sagt, als wenn man nur aufsteht und vielleicht noch die letzten Momente der Abreise sieht. Sitzt man auf der Couch im Halbdunkeln mit dem Blick aus dem Fenster, so kann man einen Moment der Ruhe und Entspannung erleben, gepaart mit Aufbruchstimmung. In diesem Moment glaubt man auf Schlaf verzichten zu können. Der Tag liegt vor einem, man ist voller Elan und nichts kann einen stoppen, höchstens noch das eine oder andere Stündchen, bis auch endlich alle anderen aufgestanden sind und die nächtliche Einsamkeit ein Ende hat. Zurück in die Arme der Gesellschaft, nur ein wenig länger müsste man durchhalten. Die Realität holt einen sehr viel schneller ein als man denkt. Plötzlich überkommt einen der unerbittliche Ruf nach Schlaf und die stille Welt um einen herum bietet einem nichts mehr, um sich wach zu halten. Der Elan schwindet und die Kälte des Tages bricht über einen herein. Spätestens jetzt sollte man doch besser dem Ruf folgen und den geschundenen Körper schlafen legen.

Jedenfalls lässt sich so ein Biorhythmus nur schwer und vereinzelt mit der Arbeitswelt vereinen. Mal abgesehen davon, dass nur, weil ich Nachtaktiv bin, es noch lange nicht heißt, dass ich auch nachts arbeiten will. Vielleicht doch auf Dauer etwas einsam. Zum Arbeitsbeginn muss der Körper aber wieder auf Linie gebracht werden. Zackiges Aufstehen am frühen Morgen und pünktliches Ins-Bett-Legen am Abend. Ja sicher, hat ja auch vorher schon so super geklappt… Dementsprechend war das mit dem Schlafen in der letzten Nacht nur vereinzelt möglich. Ein Aufwachen verbunden mit einem Aufstehen um halb fünf Uhr morgens konnte erst nach über einer Stunde beendet werden, wobei vor halb 2 eh nicht an schlafen zu denken war. So leid mir mein Körper und Geist auch tun, der einzige Weg, die Umstellung erfolgreich zu vollziehen, ist ein Tag mit Schlafmangel. Wollen wir hoffen, dass ich nachher müde ins Bett falle und glücklich durchschlafen kann. Immerhin ist Neumond, vielleicht hilft das!? Das mit dem frühen Aufstehen habe ich bereits vor langer Zeit aufgegeben zu versuchen. Aber man kann ja hoffen

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