Das Schreiben um des Schreiben willens

Ich will einen Text schreiben. Der Drang in mir ist da. Er will raus, will sich in Worte fassen und ausdrücken. Allerdings weiß er nicht worüber. Es gibt keine konkrete Idee, kein spezielles Thema, nichts, was einen besonders beschäftigt. Nur der Drang zu schreiben. Worte zu Sätzen zu bilden, welche irgendwo Gehör finden. Da wird wildes Geschwurbel zusammengefaselt vom Leben und der Welt, von Sinn und vom Allgemeinen. Nix was überzeugt, nix was begeistert. Immerhin findet der Schreibdrang sein Ventil. Trotzdem bleibt ein unbefriedigtes Gefühl zurück. Das reicht nicht, das ist nicht genug. Nichtmal würdig, von sich selbst gelesen zu werden, wird das bekrickelte Papier noch vor der ersten Seite zerrissen, in der Luft wie auch im Geist. Gezwungen und gestelzt wirkt es und wenig reizvoll. Texte eben, welche nur ihrer selbst wegen geschrieben wurden, ohne einen Grund, der ihrer rechtfertigen würde.

So bleibt der Wunsch und lässt einen rastlos im Geiste umherschweifen. Gedanken, Ideen, da muss doch irgendwas Brauchbares dabei sein, irgendwas Nützliches! Aber dort scheint nichts als Gerümpel zu sein, geistiger Sperrmüll, der einen blockiert und die Gänge verstopft. Kein Platz für die Muse zum Durchkommen. Wie soll sie einen küssen, wenn sie sich erst durch Berge von Müll wühlen muss. So kann das nichts werden. Not-Entlüften ist notwendig, alles raus ohne Rücksicht auf Verluste und kommt dabei noch soviel Stuss hervor, Hauptsache irgendwas kommt zu Papier. Freiheit für die Gedanken, den Messy vor die Tür gesetzt in der Hoffnung, die Kreativität zieht wieder ein. So bilden sich Texte, die selbst dem Autor verwirrt und merkwürdig vorkommen aber was bleibt ihm übrig. Der Anschlag auf den Tasten befreit und befriedigt, beruhigt und lässt den Geist nachts in Frieden ruhen, erlöst vom Stigma der Blockade. Ohne dies würde er auf ewig unruhig umher geistern auf der Suche nach etwas, das er wohl nie findet, solange der ganze Ballast ihm anhängt. Der Leser muss dies nun gequält ertragen mit der Bitte um Verständis. Denn was ist der Schreiber, wenn er nichts mehr schreiben kann und sei es nur zum hundertsten Mal über das Schreiben und seine Blockade an sich. Meta ohne Ende aber besser als nichts, denn erst hierdurch findet er wieder zu sich und zu seinem Takt, der Takt der Tasten, der sein leben bestimmt und ohne den er nur eine Hülle voller Unruhe ist. In diesem Sinne: Bis zum nächsten Text.

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