Die Vergangenheit neusortiert

Ein neuer Rechner soll einem das Leben erleichtern und dazu beitragen, im medialen Alltag mithalten zu können. Manchmal macht er aber auch noch ganz andere Dinge. Alles neu und ordentlich, so sieht es auf den jungfräulichen Partitionen aus und so soll es auch bleiben. Deshalb werden auch nicht einfach alle Daten von der alten Festplatte auf die neue kopiert. Die Datenbestände wollen durchgegangen, bewertet, gegebenenfalls aussortiert und neu eingeordnet werden. Dabei kommen die Momente, wo man merkt, was man alles an Altlasten mit sich schleppt. Unsinn und Unnötiges, längst Vergessenes und nie Gebrauchtes. Richtig schlimm wird es aber, wenn es an die gesammelten Bildwerke geht.

Seit 2002 eigene Digitalknipsen und da kann man ja immer noch einmal mehr abdrücken. Ein Glück setzt irgendwann der Lernprozess ein und inzwischen ist es nicht mehr so schlimm wie früher. Dennoch haben sich in gut 700 virtuellen Schuhboxen über die Jahre rund 38.000 Bilder angesammelt. Das leider nur mäßig sortiert und wenn, dann mit ständig neuen genialen Sortiersystemen. Welch ein Chaos der Erinnerungen und welch ein Schwall der Melancholie. Da sitzt man nun und sortiert seine Erinnerungen neu. Loslassen ist gesund und es ist oft genug gut, dass die Vergangenheit vergangen ist und trotzdem, man kann sich nicht diesem nagenden Gefühl der Traurigkeit erwähren ob all dem Hintersichgelassenem. Ja mei, denkt sich der würdevoll gealterte Mitbürger, die paar Jahre, das doch keine Zeit. Mag sein und stimmt auch aber Zeit ist nunmal relativ. Unabhängig davon, obs Jahre oder Jahrzehnte sind, viel entscheidender ist doch, was sich in der Zeit geändert hat. Viel ist die Antwort. Gereift ist mann, erwachsen geworden und ein Gefühl des dem Leben gewachsen sein stellt sich hinundwieder ein. Froh ist man, dort zu sein, wo man jetzt ist, der Weg war ja auch steinig genug und es liegt noch soviel vor einem. Dennoch, es lässt sich nicht abschütteln. Da war mal soviel mehr und es ist einfach verpufft, hat sich aufgelöst, ohne sich zu verabschieden oder zu sagen, wohin es will. Mag sein, dass das Leben so ist und dies nur eine der vielen Lektionen aber ganz akzeptieren mag ichs trotzdem nicht. Mehr als die Erinnerungen neu zusortieren bleibt einem jedoch im Moment nicht. Neue Ordner erstellen und alles alte rein, immerhin gut sortiert, damit mans wieder findet. Aufgeben mag ich meine Erinnerungen nicht, zu wertvoll, da kann auch noch soviel Melancholie und Traurigkeit dran hängen. Immerhin sind es meine!

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2 Kommentare

  1. Also ich bin froh das ich meine Bilder seid 2 Jahren in einem einfachen verfahren sortiere. Einfach in meine Ordner die nach einem bestimmten Verfahren benannt sind wobei das Datum von wann die Bilder sind vorne steht. So habe ich wenigstens bei meinen Bilder Ordnung :)

    01 . 
    Ulf
    geschrieben am 29. September 2010 um 21:58
  2. Hi,
    würdevoll, reif, gealtert… :-)
    Gruß
    ExCheffe

    02 . 
    ExCheffe
    geschrieben am 30. September 2010 um 17:28
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