Wenn die Technik die Nachtruhe zurück will

In der umgebenden Welt ist es still und dunkel. Dank der allgemein vorherrschenden Norm ist die Nacht nur sehr vereinzelt von wachen Menschen durchsetzt. Hervorragende Bedingungen um ablenkungsfrei arbeiten zu können, vor allem, wenn einem die Nacht sowieso viel mehr liegt als der frühe Tag. Völlig frei von täglichen Aufgabenstellungen lässt es sich entspannt intensive Bildschirmarbeit verrichten und das sogar erstaunlich konzentriert. Keine äußeren Unterbrechungen, soziale Verpflichtungen oder mediale Produkte, welche der eigenen Aufmerksamkeit würdig wären. Die Freiheit der Nacht.

Sie kann einem aber auch schon mal das Adrenalin in die Kniekehlen treiben, diese Nacht. Wenn sich die Atmosphäre mit den umgebenden Dingen gegen einen verschwört und versucht dich zu vertreiben. Um zurückzuerobern, was sonst so menschenfrei ist. Nichtsahnend und guter Dinge beschäftigt man sich, entsprechend der modernen Zeiten, mit Programmen und den durch sie geschaffenen Problemen. Während man angestrengt versucht etwas Eigenständiges zu kreieren. Die musikalische Beschallung, auf die noch nie gern verzichtet wurde und die inzwischen allumgebend und -fassend ist, sie wird lediglich noch unterbewusst wahrgenommen. Bis auf Ausnahmefälle, die fiesen Ausreißer, wenn der Shuffle verloren gehoffte Kadaver aus den dunklen Abgründen der Musiksammlung hervorkramt. Nicht so dieses Mal. Filmmusik, dramatische mit einem Touch Düsternis und dunkler Vorahnung. Erst in der Steigerung, dem immer dramatischer werdenden Klangteppich dringt sie ins Hirn vor, verbreitet dort ein Gefühl der Bedrohung. Langsam steigernd, immer noch leise, tastet sie sich Synapse für Synapse vor, um sich dann mit einem Paukenschlag urplötzlich im gesamten Gehirn präsent zu machen. Genau dieser Moment, auf den jeder im Horror-Film wartet, genau zu diesem unwirklich passenden musikalischen Augenblick entschließt sich die zimmerliche Deckenbeleuchtung in einen höchst klischeehaften Flacker-Reigen einzufallen. Da war es, das Adrenalin. Völlig unverhofft haben sich äußerlich vielleicht rein zufällig wirkende Ereignisse genau zu einem Zeitpunkt versammelt um den Protagonisten dieser Geschichte einen Moment völlig verwirrten Erschreckens zu schenken.

Nachdem das Leuchtmittel nicht mehr aufhören wollte zu flackern und alles abgesucht, jedoch keine messerschwingenden Irren gefunden wurden, war es Zeit auf Monitor-Beleuchtung umzuschalten. Solange der es sich jetzt spart, in seinen gerne gemachten Piepton zu verfallen, wird sich noch eine Weile den Irrsinnigkeiten des Internets hingegeben und für heute Feierabend gemacht. Morgen ist ja auch noch eine Nacht.

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    • ExCheffe: Schön, schön, wird ja alles bei dir. Alles Gute weiterhin und frohe Feiertage. Viele Grüße vom ExChe ...
    • netfighters: Also ich habe Kiel erst in diesem Jahr kennen und lieben gelernt und sehr vieles was in dem Video zu ...
    • ExCheffe: Glückwunsch und aussprechende Annerkennung!!! ...
    • ExCheffe: Jaaaaaaa! Vieleicht beim Master :-) Gruß ExCheffe ...
    • raven: per spontan Einfall im Dozenten Büro :) mein erstes Thema, was aufgrund von Projekten und zeitlicher ...