Völlerei – Laster Nr. 06

Frühstück für die Probanden

Frühstück für die Probanden

Eine Woche lang Völlen bis der Magen platzt. Fast 4000 kcal jeden Tag für meinen untrainierten Magen, was bei weiterhin ausgewogener Ernährung und trotz Pülverchen immer noch gut 3 kg Nahrungsmittel sind. Wozu das Ganze, wo es doch genügend Laster gibt, die sich viel leichter und angenehmer verwirklichen lassen? Für die Wissenschaft, deshalb. Die freundlichen Ernährer vom Institut für Humanernährung würden gerne herausfinden, wie der Glykämische Index die metabolische Anpassung bei kontrollierter Über- und Unterernährung beeinflusst und als Student hat man ja immer soviel freie Zeit und keine sinnhaften Beschäftigungen. Aus diesen beiden Ausgangssituationen ergab sich eine Synthese, die daraus besteht, das man nun seit einer Woche Versuchskaninchen spielt. Die erste Woche bestand eigentlich nur darin, uns Probanden in einem falschen Sicherheitsgefühl zu wiegen, ein Schlaraffenland zu präsentieren, in dem soviel Nahrung geboten wird, dass man irgendwann freiwillig darauf verzichten will. Was so ziemlich genau bereits am 2. Abend passierte.

ab Montag: Eine Mahlzeit pro Becher

Der eigentlich harte Teil fängt erst morgen an. Ausgestattet mit ordentlich Winterspeck aus eben dieser Woche gilt es 3 Wochen lang mit 50 % weniger Kalorien als wir normal verbrauchen, auszukommen. Oh wie ich mich nach der ersten Woche, die ich im Moment noch so verfluche, sehnen werde. Aber darum gehts hier nicht. Hier geht es darum zu jammern, über die aktuelle Situation, sonst müsste man das ja ausgewogen betrachten und feststellen, wie gut es einem doch geht. 4 Mahlzeiten am Tag, frisch zubereitet von den freundlichen Küchenfeen. Keinen Finger muss man und soll man rühren und bekommt trotzdem am Tag z.B. lecker Frühstück mit Brötchen, Rührei mit Speck, Tomate Mozzarella oder diverse Aufstriche und Beläge. Mittags kommt dann gerne mal ein knappes Kilo Chili con Carne auf den Tisch, samt Nachtisch, Brot und Salat. Pro Person natürlich.

Knabberei

Zwischendurch soll man auch nicht hungern, also gibt es noch Süßigkeiten, Chips oder Säfte mit Energiepulver drin. Damit man auf dem Weg nach Hause nicht vom Fleisch fällt, steht ab 17Uhr noch das Abendbrot an, mal warm, mal kalt aber immer füllend. Eigentlich sehr variantenreich und lecker. Wäre es nicht soviel, würde man vermutlich sogar sehr gesund und ausgewogen ernährt. Aber die Menge ist da, so furchtbar viel zu essen und die meisten anderen bekommen sogar noch viel mehr. Wohlstandsjammern at its best, aber was soll man machen.

Neben der tagesfüllenden Aufgabe der Nahrungsaufnahme wird man fürsorglich von den uns studierenden Mädels umsorgt und des öfteren gründlich untersucht. Irgendwas scheint an dem Satz zweideutig zu klingen, dabei ist alles rein wissenschaftlich. Jedenfalls liegt oder sitzt man des öfteren unter/in teuren Gerätschaften, die gerne mal die Angewohnheit haben, nicht jedes Mal sofort richtig zu funktionieren. Aber so eine Studie soll ja schließlich Wissen fordern. Was sie sicherlich macht. Zwischendurch bleibt immernoch genug Zeit auf der Couch zu entspannen, Filme oder TV zu gucken, ein Buch zu lesen, mit den andern Probanden rumzublödeln oder das Internet leer zu surfen.

Pizza für 8

Eigentlich ganz normaler Studentenalltag, wodurch alles letzendlich erträglich bleibt. Den eigenen Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt zu haben, ohne vorher gestorben zu sein oder Angst haben zu müssen, währenddessen den Tod erleiden zu können ist ja auch immer was, soziale Verantwortung und so ein Schnickschnack. Wobei doch immer auch die Angst mitschwingt, dass in wirklichkeit Kevin Spacey hinter dem Ganzen steckt und Brad Pitt zu spät zur Rettung kommt, weil er sich nur dafür interessiert, was in der Kiste ist.

Dementsprechend widme ich mich jetzt wieder der Mittags-Pizza bzw. den Pizzen, 2 Stück an der Zahl, während der Magen unwichtigere Organe wie z.B. Lunge nach und nach verdrängt.

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3 Kommentare

  1. Lecker Happi Happi !

    01 . 
    Sabrina
    geschrieben am 27. Februar 2011 um 13:46
  2. Ich habe jahrzehntelange Erfahrungen auf dem Gebiet. Wo kann ich mitmachen? :-)
    Gruß
    ExCheffe
    P.S.: Ich habe hunger…

    02 . 
    ExCheffe
    geschrieben am 6. März 2011 um 18:07
  3. @ExCheffe:
    beim Institut für Humanernährung, allerdings ist Erfahrung im hungern viel entscheidender :)

    p.s.: frag ma ;)

    03 . 
    geschrieben am 14. März 2011 um 09:49
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    • ExCheffe: Schön, schön, wird ja alles bei dir. Alles Gute weiterhin und frohe Feiertage. Viele Grüße vom ExChe ...
    • netfighters: Also ich habe Kiel erst in diesem Jahr kennen und lieben gelernt und sehr vieles was in dem Video zu ...
    • ExCheffe: Glückwunsch und aussprechende Annerkennung!!! ...
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