Semester ungleich Jahre

Man kann durchaus zugeben, dass sich das eigene Studium länger zieht als regulär vorgesehen. Warum auch nicht, es ist ja wie es ist und es ist auch nicht schlimm. Letztendlich muss man sich seine Zeit selbst einteilen und insbesondere bei einem stark projektlastigen Studium hat man eben nicht den Luxus, alles termingenau planen zu können.

Wie auch immer, alles was eigentlich nur gesagt werden sollte ist, dass sich das eigene Studium nicht schon 8 Jahre hinzieht, sondern lediglich aktuell das 8. Semester anbricht – was ein kleiner Unterschied von über 4 Jahren ist und irgendwie ganz anders klingt. Lokaler Qualitätsjournalismus halt. Fertig werden ist nichtsdestotrotz das aktuell dringlichste Ziel.

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Smalltown Kiel – ein kleiner Film zur Stadt

Es wurde mal wieder getiltet. Nachdem letztes Jahr die Kieler Woche dran glauben musste, ist jetzt ganz Kiel geschrumpft. Zur Vorantreibung des Fertigwerdens wurde ein als freies Projekt deklariertes Tilt-Shift-Filmchen über einen Tag, bzw. beinahe ein Jahr, in Kiel angefertigt. Tilt-Shift ist dieser Effekt, der seit Mitte der 2000er seine Runden im Internet auf Fotos zieht und teilweise auch schon ausgiebig von der Werbeindustrie in Videos durchgenudelt wurde. Bei dem Tilt-Shift-Effekt werden Aufnahmen mittels digitaler Nachbearbeitung oder sogar mit echtem Tilt-Shift-Objektiv so manipuliert, dass sie wirken wie Aufnahmen echter Miniaturmodelle. In der Hoffnung, noch gerade rechtzeitig vor der Übersättigung an Tilt-Shift-Bildern dran zu sein, habe ich also einige viele Aufnahmen mit meiner kleinen treuen DSLR angefertigt, diese im Nachhinein digital überarbeitet und geschrumpft. Dabei gingen so einige bitterkalte Stunden mit Warten und Beobachten zu so ziemlich jeder Tageszeit drauf. Kiel ist jetzt nicht unbedingt eine Stadt, die sich mit reichlich natürlichen Erhebungnen oder hohen Gebäuden auszeichnet – selbst, wenn sie mal hoch sind, kommt man nur schwer oben drauf oder es gibt nix zu sehen und die Kräne sind alle schon von sexuell angeregten Pärchen besetzt. Man will es sich selbst ja auch nicht zu schwierig machen und ständig an irgendwelchen Türen klingeln, ob man mal aufs Dach darf. Was ich sagen will, sicher hätte man noch wesentlich tollere und höhere Perspektiven finden können und sowieso vieles besser machen können. Manchmal muss man sich mit dem Machbaren zufrieden geben und sich darüber freuen, dass es vielleciht nicht die perfekteste Perspektive ist aber immerhin passiert etwas vor der Linse. Immer dieses duckende Vorabentschuldigen… Jedenfalls hatte sich rund 300 GB Rohmaterial angefunden, von dem es sich nur schwer trennen ließ. Also wurde reingekloppt, was ging. Vielleicht zuviel, man sollte es all you can eat betrachten – am Ende ist einem zwar schlecht vor zuviel essen aber man ist glücklich. Ein wenig schicke Musik drunter, fröhlich rumgeschnippelt, dazu noch ein paar Effekte und fertig ist das Tilt-Shift-Video über Kiel, das einem einen ganzen Tag, vielleicht sogar ein ganzes Jahr, im Leben der Stadt präsentiert und sie dabei von ihrer miniaturisiertesten Seite zeigt. Man hofft, dass es gefällt.

Smalltown Kiel – ein kleiner Film zur Stadt from René Raab on Vimeo.

Um den Effekt am besten und voll zu genießen, empfiehlt es sich ihn direkt bei vimeo in HD und Vollbild anzugucken.

Wenns nicht gefällt, auch kein Problem. Immerhin hat man reichlich gelernt, viel ausprobiert und definitv die eigene Arbeitsweise verbessert. Unter anderem, wie toll Filter sein können oder wie man den Sensor reinigt, nachdem man halb Kiels Schmutzpartikel drauf eingefangen hat. Beim Schreiben der Dokumentation sogar endlich mal richtig verstanden, was man da eigentlich macht. In diesem Sinne danke ich allen, denen ich aufs Dach steigen durfte und Patrick, der mir den motivatorischen Anschub zur Projektidee gab und auch Stephan (von dem ich ein paar Bilder reingeschmuggelt hab) und Andrea, mit denen das Ganze zur letzten Kieler Woche startete, danke ich. Würde sagen, jetzt wird es Zeit für euch nachzuziehen und den Süden zu tilten, auf welchem Kontinent auch immer. Zum Schluss möchte ich noch dem Wettergott und den Menschen mit Verständnis für Dankesreden danken. Ohne euch wäre ein so unglaublich anstrengendes, aufwendiges und extrem schwieriges Projekt, welches defintiv nur was für Profis ist, nie möglich gewesen. Manche werden behaupten, es ist nicht besonders förderlich, Texte nach durchgemachten und von Schlafentzug dominierten Tagen zu schreiben, andere werden einfach ihre Freude dran haben. Zur Entspannung und, damit sich der Kopf mal wieder frei machen kann von diesem ganzen grässlichen Projektgedöns, werde ich dann auch sogleich mich dran machen und am Industrieprojekt weiterarbeiten. Sind ja auch nur noch 2 Woche bis zur Abgabe. Ein Glück, dass mein Zeitmanagement so hervorragend nicht funktioniert, sonst würde ich am Ende noch gestresst sein. Ach quatsch, es macht ja doch alles Freude und bringt Befriedigung beim Austoben der kreativen Energie – wohl ein Grund, warum so wenig für anständig oft erscheinende Texte übrig bleibt. Wenn der Welt jetzt auch noch gefällt, was meiner einer geschaffen hat, war und ist es all die Arbeit wert und ich bin ein glücklicher Mensch.

Bonuspunkte gibt es für diejenigen, die sich selbst finden oder den Dieb.

Ganz ohne Bonuspunkte gibt es als Bonus noch Bilder, die während der Dreharbeiten angefallen sind.

Bilder zu Smalltown Kiel

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Weiter gehts im nächsten Jahr

Jetzt ist also wieder die Zeit für so einen zusammenfassenden abarbeitenden Alles-Wird-Neu-Und-Anders-Und-Diesmal-Wirklich-Text. Ein Jahr geht zu Ende, ein neues kommt. Manches geschafft, Vieles liegengeblieben und sowieso mal wieder viel zu wenig Zielstrebigkeit an den Tag gelegt. So war das wohl, aber was solls. War ein gutes Jahr, dieses 2011. Kein herausragendes, soweit ich mich erinnere, aber eben auch kein schlechtes. Was soll man sich immer beschweren, dass man nicht gerade das spektakulärste Erlebnis seiner Lebensgeschichte hinter sich hat. Es kann auch mal in der Simplizität der Ereignisse die Genugtuung liegen, dass alles in Ordnung ist. Ein wenig komisch war 2011 aber schon, ein Jahr mit Wandel und Neuem, erlebten und gelebten Dingen, die merkenswert waren und sind, aber auch mit reichlich Stillstand und Stagnation. Das Jahr der großen Prokrastination wäre der Titel, der mir noch am prägnantesten einfallen würde, müsste ich einen Titel wählen. Da ich aber keine Jahrbücher oder sonstigen rückwärtsgewandten Munmpitz schreibe, lass ich das mit dem Titel wählen. Ist sowieso eher eine Schwachstelle meines kreativen Potentials, so Titel erdenken. Einfach alles durchnummerieren ist auch nicht wirklich spannungsfördernd, wie vermutlich dieser gesamte Ausflug in die Welt des Gedankensprungs. Wo waren wir?

Achja, 2011 du alter Haudegen, kaum ein Jahr alt und schon verlässt du uns wieder. Im Gegensatz zu dir, sollte 2012 mal zusehen, dass es nicht direkt untergeht und wenn, dann wenigstens mit ausreichend frühzeitiger Ankündigung. Man will sich ja keine unnötige Arbeit machen, wenn am Ende die Maya doch Recht hatten und alles im Chaos versinkt. Praktisch wäre, wenn 2012 das Jahr wird, in dem ich meine eigene Antriebskraft und Motivation wiederfinde, am besten direkt mit einer Schrotflinte für den inneren Schweinehund. Dass man sowas nicht wünscht, sondern einfach macht, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aber auch der Unmöglichkeit, sich selbst auf die Suche nach der mangelnden Motivation zu machen, wenn es an Motivation mangelt und so bleibt dann doch nur das Wünschen. Vielleicht hört ja irgendein inneres Ich zu und macht was draus. Das nächste Jahr könnte sich jedenfalls dafür anbieten.

In diesem Sinne, machs gut 2011, war nett mit dir und insgesamt hast du reichlich Spaß gemacht. Viel mehr braucht es gar nicht für ein gutes Jahr. Willkommen 2012, ich bin gespannt, was du zu bieten hast und wie es mit dir wird, werden uns schon arrangieren und miteinander klakommen. Von daher, weiter gehts, guten Rutsch und einen fröhlichen Start ins neue Jahr wünsch ich.

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Stille Nacht

Wohl eher stille Monate, mag der ein oder andere denken. Sehr berechtigt sogar! Aber solange die dicke Dame noch singt, gehts weiter. Dementsprechend lass ich euch natürlich nicht an so einem kuscheligen Tag allein und verteile zumindestens ein wenig stimmungsgebende Musik.


DirektIrma

In diesem Sinne ein frohes entspanntes Fest, welches auch immer ihr feiern mögt und wo auch immer ihr euch gerade wohlfühlt.

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Spätsommergewitter

So sitzen wir in unseren kleinen Habitaten und freuen uns über den Regen, der von draußen gegen die Fenster klatscht. Applaus für die persönliche Isolierung und Schutzbauten vor den Ungenügsamkeit des Lebens. Versteckt im Inneren können wir genüsslich beobachten, wie all das, was draußen ist, nass wird. Ungehindert ergießt sich das feuchte Nass über das und die, welche es nicht geschafft haben, sich ein Dach über dem Kopf zu besorgen. Spült fort den angesammelten Dreck und befreit die Fußwege von seinen umherwandernden Peinigern. Es wird sich untergestellt, Schutz gesucht, die Jacke über den Kopf gezogen und gerannt, als gebe es kein trockenes Morgen. Hin und wieder richtet sich bei dem ein oder anderen der leicht entrückte Blick gen oben. Hin zu dem, worauf wir keinen Einfluss haben und, was über unseren Köpfen eine Demonstration der Machtverhältnisse veranstaltet. Der Donner grollt voller Wollust in der Ferne und verkündet von längst Vergangenem. Übervoll mit Kraft verteilen sich die winzigen filigranen Adern des Himmels am Horizont, erleuchten die finstere Nacht und lassen einen Blick auf all das, was sich in ihr versteckt, zu. Voller Hingabe bewundert man das verheißungsvolle Licht, welches den Schrecken der Dunkelheit zu nehmen scheint und dabei voll unermesslicher Zerstörungskraft ist. Gefangen in der Schönheit und Kraft der Natur, die Augen geweitet und schmerzend des grellen Lichts, während Ströme von Wasser sich einen Weg entlang des Körpers bahnen. Noch immer bringt das faszinierende Spiel Tod und Verderben über seine unbedeutenden Beobachter. Nicht mehr wie zu Urzeiten, aber auch die trotzigste Trotzburg ergibt sich ihr irgendwann. Was zieht den modernen, durch seine achso vielen angenehmen Gemütlichkeiten verwöhnten, nur hinaus in dieses ungemütlich entwöhnende Wetter? Hypnotisiert von der Kraft, der Erfrischungsmöglichkeit an klebend warmen Tagen oder doch nur die Suche nach der verlorenen Urgewalt, in einer von Schutzmechanismen und Möglichkeiten nur so strotzenden Welt. Der Applaus der Fenster wird leiser, das Spritzen der Wasserfontänen der Autos lauter. Die Ruhe kehrt zurück. Erste Waghalsige rennen durch die Straßen und springen über Pfützen, in der Hoffnung, vor dem nächsten Schauer die heilversprechende Tür zu erreichen, während hin und wieder noch der Himmel aufblitzt und die Dunkelheit verjagt. Es ist weiter gezogen. unbeeindruckt von den Bewunderungs- und Drohgebärden seiner ihm Erlegenen. Zurück bleibt das Wasser im Rinnstein und die Normalität, während die Welt allmählich wieder in der der Dunkelheit der Nacht verschwindet.

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    • ExCheffe: Schön, schön, wird ja alles bei dir. Alles Gute weiterhin und frohe Feiertage. Viele Grüße vom ExChe ...
    • netfighters: Also ich habe Kiel erst in diesem Jahr kennen und lieben gelernt und sehr vieles was in dem Video zu ...
    • ExCheffe: Glückwunsch und aussprechende Annerkennung!!! ...
    • ExCheffe: Jaaaaaaa! Vieleicht beim Master :-) Gruß ExCheffe ...
    • raven: per spontan Einfall im Dozenten Büro :) mein erstes Thema, was aufgrund von Projekten und zeitlicher ...